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Wechselmodell/Doppelresidenzmodell, parittisch
(recht.zivil.materiell.familie.sorge.betreuungsmodelle)
    

Leben Eltern getrennt, haben aber das gemeinsame Sorgerecht fr ihr Kind, dann haben sie unterschiedliche Kinderbetreuungsmodelle zur Auswahl.

Beim Wechsel- oder auch Doppelresidenzmodell lebt das Kind im Wechsel einmal im Haushalt des einen Elternteils, dann im Haushalt des anderen Elternteils. Meist besitzt es bei jedem Elternteil ein eigenes Kinderzimmer. Das Wechselmodell ist nach hM nicht gerichtlich durchsetzbar (aA mit Einschrnkungen OLG Schleswig v. 19.12.13 Az. 15 UF 55/13) und kann dem Kindeswohl widersprechen, wenn der stndige Wechsel durch die fehlende Stabilitt der Lebensumstnde das Kind belastet (OLG Koblenz Beschluss vom 12.01.2010 Az. 11 UF 251/09).

Man spricht von einem parittischen Wechselmodell, wenn die Betreuungsanteile der Eltern exakt bei 50 %, liegen, z.B. einem wchentlichen Wechsel des Kindes. Kommt es zu einer Verschiebung in die Richtung eines Elternteils (z.B. 45 % zu 50 %), spricht man nicht mehr von einem parittischen Wechselmodell mit entsprechenden Konsequenzen fr den Unterhalt (siehe unten).

Andere Kinderbetreuungsmodelle: Residenzmodell/Eingliederungsmodell, Nestmodell.

Kindergeld

Da beim parittischen Wechselmodell eine eindeutige Zuordnung nicht mglich ist, legen verschiedene OLGs verschiedene Kriterien an, an wen das Kindergeld gem 64 EstG zu zahlen ist. Unabhngig vom Empfnger ist das Kindergeld in jedem Fall ein Verrechnungsposten bei der Ermittlung des Kindesunterhaltes.

Unterhalt

Handelt es sich nicht um ein parittisches Wechselmodell .d.h. hat ein Elternteil ein bergewicht bei der Betreuung (z.B. 4 Tage beim Vater, 3 bei der Mutter), dann spricht man nur von erweitertem Umgang und der Elternteil der im geringeren Umfang betreut, bleibt unterhaltspflichtig.

Bei einer strengen Durchfhrung (z.B. alle geraden Wochen ist das Kind beim Vater alle ungeraden Wochen bei der Mutter), ist der Unterhalt wie bei Volljhrigen zu ermitteln, d.h. entsprechend des Einkommensverhltnisses. Anschlieend ist das Geld wieder hlftig auf die Eltern zu verteilen, ggf. unter Anrechnung von Zahlungen die ein Elternteil vorab erbringt.

Unterhaltsvorschuss

Bei dem parittischen Wechselmodell gibt es keine Leistungen nach dem Unterhaltsvorschussgesetz.

Auf diesen Artikel verweisen: Residenzmodell/Eingliederungsmodell * Nestmodell