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unbeendeter/beendeter Versuch
(recht.straf.at.versuch)
    

Von einem unbeendeten Versuch spricht man, wenn der Tter aus seiner Sicht nach Abschluss der letzten Ausfrungshandlung noch nicht alles getan hat damit der tatbestandliche Erfolg ohne sein weiteres Zutun eintritt. Von einem beendeten Versuch spricht man entsprechend, wenn der Tter nach Abschluss der letzten Ausfhrungshandlung aus seiner Sicht alles getan um den tatbestandlichen Erfolges sicher oder zumindest mglicherweise herbeizufhren.

Wichtig ist die Unterscheidung fr die Frage der fr den Rcktritt notwendigen Handlungen. Beim unbeendeten Versuch gengt es wenn der Tter freiwillig die weitere Tatausfhrung einstellt. Beim beendeten Versuch muss der Tter ernsthafte Rettungsaktivitten ergreifen.

Die Differenzierung nach der Ttersicht zum Zeitpunkt der letzten Ausfhrungshandlung entspricht der jetzt vom BGH vertretenen Lehre vom Rcktrittshorizont (siehe BGHSt 31, 170). Bei mehraktigen Tathandlungen betrachtet sie, wie die Gesamtbetrachtungslehre beim fehlgeschlagenen Versuch, das Geschehen einheitlich, und teilt es nicht in viele Einzelakte auf.

Beispiel Benzingussfall (BGHSt 10, 129): M will seine Frau umbringen, er bergit sie dazu berraschend mit Benzin und versucht sie anzuznden. Whrend er versucht die Streichhlzer zu entznden kommt es zu einer Rangelei mit seiner Frau, die dann in den Garten flchten kann. Dort wird sie von M eingeholt, der dann versucht sie zu erwrgen, als sie schon bewutlos ist, hrt M damit auf und rckt von seinem Ttungsentschluss ab. Da M bei einheitlicher Betrachtung aus seiner Sicht noch nicht alles getan hatte um den Tod seiner Frau herbeizufhren, liegt ein unbeendeter Versuch vor.

Nach der jetzt nicht mehr vom BGH vertretenen Tatplantheorie kam es auf den Tatplan des Tters an. Beendet war der Versuch auch dann, wenn der Tter zwar aus seiner Sicht erkannte, dass er noch nicht alles getan hatte, weitere Handlungen aber in seinem ursprnglichen Tatplan nicht vorgesehen waren. Hatte M im Beispiel in seinen Tatplan nur die Ttung durch bergieen durch Benzin und Anznden aufgenommen, wre der Versuch beendet gewesen. Nur wenn M von Anfang auch Erwrgens in Betracht gezogen htte das weitere Handlungen ntig sein wrden wre der Versuch unbeendet. Das zeigt die Probleme der Tatplantheorie. Hier wird der Tter mit einem umfassenderen Tatplan ohne privilegiert.

Umstritten ist noch der Rcktritt vom Versuch, wenn der Tter sein primres Handlungsziel (z.B. das kampfunfhigmachen) mit einem bedingten Ttungsvorsatz verbindet, das Ziel dann aber ohne eine Ttung erreicht. Der Groe Senat des BGH fr Strafsachen hat die Rcktrittsmglichkeit in seinem Beschlu vom 19.5.1993 (BGHSt 39, 221) bejaht.

Auf diesen Artikel verweisen: fehlgeschlagener Versuch * Rcktritt vom Versuch * unechtes Unterlassungsdelikt, Versuch