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Umgangsauschluss
(recht.zivil.materiell.familie.umgang)
    

Von Umgangsauschluss spricht man, wenn einem Elternteil der Umgang mit seinen Kind aus Grnden des Kindeswohls untersagt wird. Ein Umgangsauschluss kommt nur in Ausnahmefllen in Betracht, wenn das Kindeswohl dies erforderlich macht ( 1684 Abs. 4 BGB).

Als milderes Mittel ist zuvor an begleiteten Umgang, d.h. Umgang in Anwesenheit eines mitwirkungsbereiten Dritten zu denken. Dritter kann auch ein Trger der Jugendhilfe oder ein Verein sein; dieser bestimmt dann jeweils, welche Einzelperson die Aufgabe wahrnimmt ( 1684 Abs. 4).

OLG Zweibrcken, Beschluss v. 19.10.2012 Az. 6 UF 83/11:

"H. befindet sich nach den Angaben des Sachverstndigen angesichts der gestrten Kommunikation zwischen ihren Eltern in einem seelischen Dilemma, ohne dass sich daraus schon eine traumatische Belastungsstrung entwickelt hat. Einerseits fhrt der Verlust des Umgangs mit einem Elternteil, hier dem Vater, fr ein Kind nach allgemeinen Erkenntnissen in der Regel zu Strungen der seelischen Entwicklung, die das Kindeswohl gefhrden. Andererseits gefhrden auch erzwungene Umgangskontakte im Konfliktfeld stndiger Differenzen der Eltern das Kindeswohl erheblich.

Der Sachverstndige hat in seinem ursprnglichen erstinstanzlichen Gutachten dargelegt, dass der Umgang mit dem Vater als solcher eine Gefhrdung des Kindeswohls nicht darstellt. Er hat allerdings auch damals schon vor der Anbahnung erneuter Umgangskontakte eine Vorbereitung der Eltern zur Verbesserung ihrer Kommunikation fr erforderlich gehalten. Diese Bedingung fr den Umgang mit dem Vater bercksichtigt die angefochtene Entscheidung nicht. Auch von den Eltern ist seither in dieser Hinsicht nichts unternommen worden. Bei seiner mndliche Anhrung vor dem Senat am 6. September 2012 hat der Sachverstndige nunmehr klargestellt, dass ohne eine nderung des Kommunikationsverhaltens der Eltern - die allerdings nicht ohne fachliche Hilfe, mindestens im Sinne einer Mediation, denkbar ist - weitere Versuche der Herbeifhrung von Umgangskontakten bei H. den greren Schaden anrichten werden als der komplette Ausschluss des Umgangs.

c) Vor dem Hintergrund des bisher gezeigten auerprozessualen und prozessualen Verhaltens beider Eltern hlt es der Senat fr ausgeschlossen, dass die Eltern in absehbarer Zeit in der Lage sein werden, sich freiwillig einer Mediation zu unterziehen und diese erfolgreich abzuschlieen. Dies hat aber zwingend zur Folge, dass ein Umgang H. mit dem Vater derzeit nicht durchgefhrt werden kann, sondern das Umgangsrecht des Vaters auszuschlieen ist. Denn das Dilemma des Kindes H. ist weder durch die Ausgestaltung des Umgangs noch durch die Anordnung einer Umgangspflegschaft zu lsen.

Vielmehr ist die Mutter gefordert, ihre Abneigung gegen den Vater zu berwinden, der Vater wird lernen mssen, dass eine Annherung an H. - wenn berhaupt - nur mit Geduld, Zurckhaltung und Rcksicht auf das Befinden des Kindes und der Mutter zu erreichen sein wird. Nicht ausgeschlossen ist auch, dass H. mit zunehmendem Alter und geistiger Reife in der Lage sein wird, sich aus eigener Kraft aus dem Konfliktfeld der Eltern zu lsen und aus eigenem Antrieb auf den Vater zuzugehen und den Kontakt mit ihm zu suchen. Dem allem steht die vorliegende Entscheidung nicht entgegen."

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