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Realsplitting/begrenztes Realsplitting
(recht.zivil.materiell.familie.unterhalt)
    

Von Realsplitting oder begrenztem Realsplitting spricht man, wenn ein geschiedener unterhaltspflichtiger Ehepartner den an den anderen Ehepartner gezahlten Unterhalt gem 10 EStG als Sonderausgabe von der Einkommensteuer absetzt. Der Berechtigte muss den empfangenen Unterhalt im Gegenzug als Einkommen versteuern und bei berschreiten der Einkommensgrenzen (z.B. 365,- in der Krankenversicherung) daraus auch Sozialversicherungsbeitrge zahlen.

Beispiel. A hat ein Jahresbruttoeinkommen von 44.000,-. Sie zahlt monatlich 1.000 Unterhalt an den B, der ber kein sonstiges Einkommen verfgt. Macht A das Realsplitting geltend, zahlt sie Einkommensteuer aus 32.000,- und B aus 12.000,- Euro. B muss sich jetzt krankenversichern da er ber der Mitversicherungsgrenze liegt..

Voraussetzung fr das Realsplitting ist die Zustimmung des Berechtigten. Verpflichtet dazu ist er nur, wenn der Unterhaltsserpflichtete ihm alle entstehenden Nachteile (Steuer, Sozialversicherungsbeitrge etc.) ersetzt.

Das Realsplitting kann auf einen Betrag begrenzt werden, so dass nur dieser Betrag als Einkommen zu versteuern ist (z.B. auf 365,- so dass keine Krankenversicherung gezahlt werden muss)

Das Realsplitting erhht das Einkommen des Unterhaltspflichtigen und je nach Steuerpflicht des Berechtigten, kann dies im Ergebnis zu einem insgesamt hheren Gesamteinkommen fhren, von dem der Berechtigte ber daraus entstehende hhere Unterhaltsansprche auch profitiert. Insbesondere im Mangelfall, kann das Realsplitting zu deutlichen Unterhaltssteigerungen fhren.

Neuverheiratung

Heiratet der Verpflichtete erneut und erhlt daher aufgrund des Ehegattensplittings mit der neuen Ehefrau ein hheres Nettoeinkommen, so ist fr die Unterhaltsberechnung ein fiktives Einkommen ohne Bercksichtigung des Ehegattensplittings zugrunde zu legen, auf dessen Basis aber fiktiv der Vorteil durch das Realsplitting bercksichtigt wird (Vgl. BGH v. 23.5.2007 Az XII ZR 245/04).

Kindesunterhalt

Kindesunterhalt kann nicht abgesetzt werden, da er schon in den Freibetrgen steuerlich bercksichtigt ist.

Ersetzte Nachteile als Unterhaltsleistung

"Wie der Begrndung des Urteils des Finanzgerichts (FG) zu entnehmen ist, besteht in der Literatur bereinstimmung dahingehend, dass die streitigen Ausgleichszahlungen Unterhaltsleistungen i.S. des 10 Abs. 1 Nr. 1, 22 Nr. 1a EStG sind. Dies gilt zumindest fr solche Ausgleichszahlungen, die wie im Streitfall von Anfang an vereinbart wurden (so auch Schmidt/Heinicke, EStG, 26. Aufl., 10 Rz 50). Davon ist wie das FG ausgefhrt hat auch das Bundesverfassungsgericht in seinem Beschluss vom 15. Juli 1987 1 BvR 54/87 (Neue Juristische Wochenschrift 1988, 127) ausgegangen."(BFH 28.11.2007 Az. XI B 68/07 = FamRZ 2008, 888)

Unterhaltsrechtsreform

Die Unterhaltsrechtsreform vom 16.1.2008 hat durch die Privilegierung der Kinder (Rang 1) gegenber der Mutter (Rang 2, siehe 1609 BGB) zu einer Verminderung des Realsplittings gefhrt. Das ist Folge des Umstandes, dass im Mangelfall der Anspruch von Kindern und Mutter nicht mehr anteilig gekrzt wird, sondern zunchst der Anspruch der Kinder voll bedient wird, was dazu fhrt, dass der von der Steuer absetzbar Anteil des Ehegattenunterhalts sinkt.

Beispiel: Vor der Reform konnte ein Vater mit einer geschiedenen Frau und zwei von dieser betreuten Kindern den anteilig an seine Frau gezahlten Unterhalt von der Steuer absetzen, mit der Folge, dass das fr die Unterhaltsverteilung zur Verfgung stehende Einkommen entsprechend stieg. Nach der Reform erhalten jetzt zunchst die Kinder ihren vollen Anspruch, die Mutter geht leer aus. Der an die Kinder gezahlte Unterhalt kann aber nicht steuerlich abgesetzt werden, daher entfllt die Steigerung des fr den Unterhalt zur Verfgung stehenden Einkommens.

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