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Quotenvorrecht/quotenbevorrechtigte Positionen
(recht.zivil.materiell.schuld.bt.schaden)
    

Mit Quotenvorrecht wird das Recht eines Versicherungsnehmers gegenber seiner eigenen Versicherung (z.B. Vollkasko) auf bevorrechtigten Ausgleich bestimmter sog. quotenbevorrechtigter Schadenspositionen im Falle eines mitverschuldeten Unfalles bezeichnet. D.h. der anteilige von der Gegenseite zu tragende Schadensteil wird zunchst auf die bevorrechtigten Positionen angerechnet.

Ein Quotenvorrecht gibt es z.B. bei der Vollkaskoversicherung ( 67 S. 2 VVG), der Rechtsschutzversicherung und der Sozialversicherung ( 116 SGB X)

Beispiel 1:

A ist vollkaskoversichert. Nach einem 50 % verschuldeten Unfall hat er einen Schaden von 2.100,- Euro. Davon entfallen auf

Sachschaden am Fahrzeug lt. Rechnung1.300,-
Kosten fr die Schadensbegutachlung lt. Rechnung500,-
merkantile Wertminderung lt. Gutachten100,-
Mietwagenkosten lt. Rechnung200,-

Die Haftpflichtversicherung des Gegners hat 50 % d.h. 1.050,- Euro auszugleichen. D.h. A bliebe auf der anderen Hlfte des Schadens sitzen.

Wenn nun A, seine vorhandene Vollkaskoversicheurng in Anspruch nimmt, trgt diese die Reparaturkosten von 1.300,-. A wird dagegen hochgestuft, was 200,- ausmacht. Ihm verbleiben daher folgende Schadensposten:

Hherstufung in der Vollkasko200,-
Kosten fr die Schadensbegutachlung lt. Rechnung500,-
merkantile Wertminderung lt. Gutachten100,-
Mietwagenkosten lt. Rechnung200,-

Bis auf die Mietwagenkosten und die Hherstufung sind alle Positionen quotenbevorrechtigt. D.h. eine Summe von 600,- Euro wird aufgrund des Quotenvorrechts von der Gesamtzahlung vorab A zugeteilt. Die Mietwagenkosten und die Hherstufung erhlt er mit 50 %, d.h. weitere 200,-. Damit verbleibt ihm ein Schaden von 200,-. Seiner Vollkasko verbleibt der Rest.

Ohne Quotenvorrecht wrde A von seiner Versicherung auch 1.300,- Euro bekommen. Seinen verbliebenen Schaden i.H.v. 1.000,- bekme er vom Gegner zur Hlfte ersetzt, d.h. mit 500,- Euro. Insgesamt wrde A verbliebe ein Schaden von 500,- Euro.

Ohne gesetzlichen Forderungsbergang wrde A von der Versicherung 1.300,- Euro bekommen. Diese Zahlung wrde dem Schdiger nach den Grundstzen des Vorteilsausgleichs nicht angerechnet. Daher htte er noch Anspruch auf den hlftigen Ersatz seines Gesamtschadens, d.h. auf 1.050,- Euro. Insgesamt wrde A damit - unter Bercksichtigung der Hherstufung - Leistungen i.H.v. 2.250,- Euro bekommen, d.h. 150,- mehr als der Betrag seines Schadens.

Daraus folgt fr die Kaskoversicherung, dass die Forderung nur und soweit bergeht wenn gegenber A alle in der Kaskoversicherung abgedeckten Schadenspositionen von der Kaskoversicherung und alle sachlich kongruenten Schadenspositionen vom Schdiger getragen wurden.

Beispiel 2: A hat ein vollkaskoversichertes Neufahrzeug. Die Eigenbeteiligung betrgt 300,- Euro. Nach einem Verkehrsunfall mit B, an dem beide hlftig das Verschulden trifft, wickelt A seinen Fahrzeugschaden i.H.v. 5000,- ber seine Vollkaskoversicherung ab, diese stuft ihn daher hher, was zu Mehrkosten von 400,- fhrt. Dadurch gehen die Ansprche gegenber B auf die Vollkasko ber. Fr A bleibt aber der Anspruch auf Ersatz der Eigenbeteiligung abziehbar und zwar in voller Hhe. D.h. diesen macht er direkt gegenber der gegnerischen Versicherung in Hhe von 300,- und nicht anteilig geltend. Den Hherstufungsschaden kann er nur in Hhe von 50 % geltend machen, d.h. insoweit kann er vom Gegner nur 200,- Euro verlangen.

Ursprung des Quotenvorrecht ist die Regelung in 67 S. 2 VVG, dass der gesetzliches Forderungsbergang auf die Versicherung dem Versicherungsnehmer keinen Nachteil bringen darf.

Auf diesen Artikel verweisen: Verkehrsunfall/Verkehrsunfallprozess