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Qualifikation/Privilegierung
(recht.straf.at)
    

Bei qualifizierten Delikten wird ein Grundtatbestand um ein spezielles Merkmal erweitert und mit einer hheren Strafdrohung versehen.

Bei einem privilegierten Delikt wird ein Grundtatbestand um spezielle Merkmale erweitert und mit einer milderen Strafdrohung versehen.

Von einer Tatbestandsqualitt der Abwandlung (= Qualifikation bzw. Privilegierung) spricht man, wenn sie den Unwertgehalt der Grundtat verndert und eine abschlieende und zwingende Regelung darstellt. Andernfalls spricht man auch von Strafzumessungsregelung. Nur ber Abwandlungen mit Tatbestandscharakter ist ein Irrtum des Tters mglich. Weiterhin haben nur Abwandlungen mit Tatbestandsqualitt Einfluss auf die Differenzierung zwischen Verbrechen und Vergehen.

Von einer selbstndigen Abwandlung spricht man wenn die Qualifizierung bzw. Privilegierung vom Grundtatbestand gelst und als eigenstndiges Delikt ausgeformt wird (= delictum sui generis oder Sondertatbestand). Fehlt es an dieser Loslsung, und bleibt die Qualifizierung bzw. Privilegierung abhngig vom Grundtatbestand, spricht man von einer unselbstndigen Abwandlung. Von Bedeutung ist diese Unterscheidung fr die Rangfrage bei Verwirklichung mehrerer Abwandlungen. Die selbstndige Abwandlung verdrngt die unselbstndige (Baumann, Strafrecht AT, 12 II 2 d α).

Werden eine Privilegierung und eine Qualifikation gleichzeitig verwirklicht (z.B. 243 StGB Besonders schwerer Diebstahl und 247 Hausdiebstahl StGB) dann ist anhand von Sinn und Zweck der Privilegierung zu entscheiden, ob sie die Qualifikation sperrt, oder ob ein Nebeneinanderbestehen mglich ist (z.B. kann 243 neben 247 bestehen bleiben).

Siehe auch unter erfolgsqualifiziertes Delikt.

Auf diesen Artikel verweisen: Mundraub * selbstndige Abwandlung * Datei existiert nicht!* Abstiftung/Aufstiftung/Hochstiftung/Umstiftung