Wir benutzen Cookies um Inhalte und Werbung zu personalisieren und die Seitennutzung zu analysieren. Wir teilen diese Informationen über google adsense mit unseren Werbepartnern.
logo mit Text lexexakt.de Werbung:
Artikel Diskussion (0)
Miteigentum nach Bruchteilen/Bruchteilseigentum
(recht.zivil.materiell.sachen)
    

Mit Miteigentum bezeichnet man gem 1008 BGB eine Sonderform der Bruchteilsgemeinschaft fr Eigentum. In einer solchen Gemeinschaft steht das Eigentum an einer Sache zwei oder mehreren Personen nur zu einem gedanklichen Bruchteil zu, der sich aber auf die ganze Sache erstreckt und nicht real auf einen Teil der Sache beschrnkt ist. Daher spricht man auch vom ideellen Bruchteil.

Beispiel: Kaufen sich die Eheleute M und P fr ihre gemeinsame Wohnung hlftig finanziert zwei Sthle und vereinbaren Miteigentum, so besteht das Bruchteilseigentum, und damit die Berechtigung, an beiden Sthlen, und nicht je nur an einem Stuhl. Die andere Mglichkeit wre es gewesen Alleineigentum fr jeden Stuhl zu vereinbaren. Dann bezge sich die Berechtigung jeweils nur auf den eigenen Stuhl.

Auf das Miteigentum sind die Vorschriften der 1008 ff BGB ber die Bruchteilsgemeinschaft und soweit diese keine Regelung enthalten die 741 bis 758 BGB anwendbar.

Jeder Miteigentmer kann ber seinen Miteigentumsanteil gem 747 BGB selbstndig verfgen. Das schliet einen Verkauf ein. Bei Grundstcken kann der Verkauf durch eine Vormerkung auf dem Grundbuchblatt des Gesamtgrundstcks abgesichert werden. Es ist dann nur eine Genehmigung durch den jeweiligen Miteigentmer notwendig.

Gem 1008, 745 Abs. 2 BGB hat jeder Miteigentmer, sofern nicht bereits geregelt, einen Anspruch auf eine dem Interesse aller Miteigentmer entsprechenden Benutzung und Verwaltung. Wird die gemeinsame Sache von einem Miteigentmer alleine genutzt, kann diese Benutzung auch eine Vermietung an den nutzenden Miteigentmer sein, mit der Folge, dass die Mieteinnahmen allen Miteigentmern anteilig zustehen (BGH v. 17.12.1973, Az. II ZR 59/72).

Beispiel: A und B leben in einer nichtehelichen Lebensgemeinschaft. Sie kaufen sich gemeinsam eine Eigentumswohnung und werden beide als Miteigentmer in das Grundbuch eingetragen. Nach sieben Jahren haben sich die beiden auseinander gelebt. B zieht aus der Wohnung aus, A verbleibt dort. B hat hier gegen den A einen Anspruch auf ein angemessenes Nutzungsentgelt.

Auf diesen Artikel verweisen: Teilungsversteigerung * Skript, WEG * Gesamtausgebot * Sondereigentum an Wohnungen * Pool-Vereinbarungen im Sachenrecht * Wohnvorteil, Unterhaltsrecht * Bruchteilsgemeinschaft * Herausgabeanspruch des Eigentmers