Wir benutzen Cookies um Inhalte und Werbung zu personalisieren und die Seitennutzung zu analysieren. Wir teilen diese Informationen über google adsense mit unseren Werbepartnern.
logo mit Text lexexakt.de Werbung:
Artikel Diskussion (0)
Gottesurteil/Ordal/Losurteil
(recht.geschichte)
    

Mit Gottesurteil (=Ordal =Losurteil) wird eine im deutschen Recht des frhen Mittelalters blich irrationale Beweismethode bezeichnet, der sich ein Angeklagter bedienen musste, wenn er aufgrund der Schwere des Falles seine Unschuld nicht durch Eid oder Eideshelfers beweisen konnte.

Die Gottesurteile wurde durch das 4. Laterankonzil im Jahr 1215 unter Innozenz III verboten. Das fhrte dazu, dass sie langsam durch rationale Beweismittel ersetzt wurden.

Das Gottesurteils wurde ermittelt durch:

  • Kesselfang

    Der Angeklagte musste einen Gegenstand mit bloen Hnden aus einem Kessel mit heissem Wasser herausholen. Zeigten sich spter Blasen an seinen Hnden galt er als schuldig.

  • Pflugscharengang

    Der Angeklagte musse ber glhende Pflugscharen gehen. Auch hier kam es fr den Unschuldsbeweis auf das Fehlen von Brandblasen an.

  • Eisenprobe

    Wie der Pflugscharengang, nur dass der Angeklagte ein ghendes Eisen auf bloen Hnden tragen musste.

  • Wasserprobe

    Die Angeklagte wurde gefesselt ins Wasser geworfen. Ging sie unter war sie unschuldig. Allerdings lie man die so als unschuldig Geprften nicht ertrinken, sondern versuchte, sie schnell aus dem Wasser zu holen.

  • Bahrprobe

    Bei der Bahrprobe wurde der Angeklagte vor den Leichnahm des Opfers gefhrt. Zeigte dieser keine Reaktionen, wie z.B. Austreten von Schaum aus dem Mund oder Blut aus den Wunden, war der Angeklagte unschuldig.

  • Kreuzprobe

    Bei der Kreuzprobe mussten Angeklagter und Klger ihre Arme austrecken und waagrecht halten. Wer zuerst die Arme sinken lie, verlor den Prozess.

  • gerichtlicher Zweikampf

    Beim Zweikampf gewann der den Prozess, der den Kampf gewann. Dabei war eine Vertretung durch einen sog. campio mglich.

Vergleiche dazu Hattenhauer, Europische Rechtsgeschichte, S. 40f; Gmr/Roth, Grundriss der deutschen Rechtsgeschichte, S. 23).

Auf diesen Artikel verweisen: Ordal * campio