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Gewalt iSv 240, 249 StGB
(recht.straf.bt.240)
    

Von Gewalt im Sinne von 240 Abs. 1 StGB spricht man bei physisch vermittelten Zwang zur berwindung eines tatschlichen oder erwarteten Widerstandes (Trndle/Fischer, StGB, 240 Rn. 8).

Was unter physisch vermittelten Zwang fllt, ist sehr umstritten. Hat das Reichsgericht frher die Anwendung physischer Kraft verlangt, wurde der Gewaltbegriff von der nachfolgenden Rechtsprechung schrittweise immer weiter ausgedehnt.

Zunchst wurden die Anforderungen an den Kraftaufwand gesenkt (Einschlieen des Opfers gengte, RGSt 13, 49). Dann wurde der Begriff auf nur physisch wirkenden Zwang ausgedehnt (z.B. gewaltloses Beibringen von Betubungsmitteln, BGHSt 8, 102). Im nchsten Schritten wurden die Anforderungen an die Krperlichkeit der Zwangswirkung gesenkt, z.B. gengt das Hervorrufen von erheblicher innerer Unruhe durch dichtes Auffahren (BGHSt 19, 266). Zudem muss die krperliche Gewalt vom Opfer nicht wahrgenommen werden (Gewalt gegen Bewusstlose, BGHSt 16, 341). Schlielich wurde auch psychisch wirkender Zwang als Gewalt eingestuft, z.B. wenn durch Straenblockaden bei Autofahrern ein psychischer Prozess in Gang gesetzt wird der zu einem unwiderstehlichen Zwang fr sie fhrt (BGHSt 23, 46). Das Bundesverfassungsgericht hat diesen Kurs besttigt (BVerfGE 73, 206).

Insbesondere dieser letzte Schritt des BGH wird von vielen Kritikern als "Vergeistigung" des Gewaltbegriffs abgelehnt.

Auf diesen Artikel verweisen: 249 StGB Raub * 240 StGB Ntigung * Raub/Raubberfall * Ntigung * Gewalt gegen eine Person, 249 StGB * Zweck-Mittel-Relation * Erpressung