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Fahrlssigkeit, objektive Zurechnung
(recht.straf.at)
    

Bei Fahrlssigkeitsdelikten stellt sich im Rahmen der objektiven Zurechnung insbesondere die Frage nach dem Schutzzweck der Norm (= Risikozusammenhang = Schutzzweckzusammenhang) und dem Pflichtwidrigkeitszusammenhang.

Die Erfolgszurechnung kann weiterhin aufgrund des Eigenverantwortlichkeitsprinzips (Siehe die Fallgruppen) entfallen.

Schutzzweck und Pflichtwidrigkeitszusammenhang: Es muss ich im konkreten Erfolg aufgrund eines tatbestandadquaten Kausalverlaufs gerade die Pflichtwidrigkeit verwirklicht haben, die der Tter durch seine Sorgfaltspflichtverletzung begangen hat und deren Verwirklichung nach dem Schutzzweck der Verbotsnorm vermieden werden sollte.

Beispiel: A und B fahren bei Dunkelheit hintereinander mit ihren unbeleuchteten Fahrrdern auf einer Landstrae. Der C, der ebenfalls mit unbeleuchtetem Rad auf einer Querstrae fhrt, kollidiert mit dem zuerst fahrenden A. Beide werden verletzt. Wre B, der Radfahrer der hinter A fuhr, pflichtgem mit Licht gefahren, htte er den A angeleuchtet und C htte A frhzeitig gesehen. Dieser Kausalzusammenhang wird hier aber nicht objektiv zugerechnet, da es nicht Sinn der Lichtpflicht ist, andere Verkehrsteilnehmer zu beleuchten. Daher sind die Verletzungen hier nicht Folge einer Pflichtwidrigkeit, deren Verhinderung Schutzzweck der Pflicht zum Fahren mit Licht ist (RGSt 63, 392).

Auf diesen Artikel verweisen: Fahrlssigkeitsdelikte * Risikozusammenhang/Schutzzweckzusammenhang