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erfolgsqualifiziertes Delikt
(recht.straf.at)
    

Mit erfolgsqualifiziertem Delikt wird ein Delikt, wie z.B. 227 StGB (Krperverletzung mit Todesfolge), bezeichnet, das ein bestimmtes Grunddelikt z.B. Krperverletzung ( 223 StGB) um die Voraussetzung eines bestimmten Erfolges erweitert, z.B. die Todesfolge , und daran dann eine hhere Strafandrohung knpft.

Soweit im Tatbestand nicht zumindest eine leichtfertige Verursachung gefordert wird (z.B. 239a Abs. 3, 251 StGB), ist es ausreichend, wenn der Erfolg zumindest fahrlssig verursacht wurde ( 18 StGB).

Versuch

Erfolgsqualifizierte Delikte gelten gem 11 Abs. 2 StGB als Vorsatzdelikte. D.h. ein Versuch ist grundstzlich mglich. Z.B. dann wenn der Tter bei vollstndiger Verwirklichung des Grunddelikts Vorsatz bezglich der der nicht eingetretenen qualifizierten Folge hatte oder er durch den Versuch des Grunddelikts bereits die qualifizierte Folge fahrlssig/leichtfertig herbeigefhrt hat (z.B. mglich bei 177 Abs. 3 StGB Sexuelle Ntigung, Vergewaltigung).

Rcktritt

Ein Rcktritt vom versuchten erfolgsqualifizierten Delikt ist zum einem mglich, wenn vor Herbeifhrung des Erfolgs, das Grunddelikt aufgegeben wird. Zum anderen aber auch dann noch, wenn das Grunddelikt aufgegeben wird, nachdem die qualifizierende schwere Folge leichtfertig verursacht wurde (BGHSt 42, 158):

Sachverhalt Die Angeklagten hatten sich bei einem Einbruch u.a. mit einer geladenen 9-mm-Pistole bewaffnet, die "nach der gemeinsamen Vorstellung aller sechs Angeklagten dazu dienen (sollte), mglichen Widerstand bei den beabsichtigten Wegnahmehandlungen zu brechen", wobei sie "zumindest billigend in Kauf nahmen, dass die geladene Waffe auch auf Menschen gerichtet wurde". Bei "Auftreten von Widerstand" sollte "in den Boden oder in die Luft geschossen werden". Im Verlauf des von der Jugendkammer detailliert geschilderten Geschehens lste sich aus der von C. gefhrten Pistole ein Schuss, der B. ttete. Die Jugendkammer konnte nicht ausschlieen, dass C. "nicht bewusst und willentlich ... geschossen hatte". Nachdem die anderen Angeklagten bemerkt hatten, dass C., der "sehr erschrocken war", auf "auf B. geschossen und diesen getroffen hatte", brachen sie die weitere Tatausfhrung ab und verlieen den Tatort ohne Beute; die anderen Angeklagten machten dem Angeklagten C. wegen des Schusses heftige Vorwrfe"

Der BGH fhrt dazu aus:

"Der Wortlaut des 24 StGB ist eindeutig. Danach kann ein Tter von dem versuchten Grunddelikt strafbefreiend zurcktreten. Tut er dies, so entfllt mit der Strafbarkeit wegen des versuchten Grunddelikts auch der Erforderliche Anknpfungspunkt fr die Qualifikation; diese setzt zumindest einen strafbaren Versuch des Grunddelikts voraus (...) Der Grundtatbestand des Raubes kann nicht wegen des Eintritts der schweren Folge durch Auslegung des Gesetzes in ein Unternehmensdelikt umgewandelt werden (...).

erfolgsqualifizierte Delikte

Erfolgsqualifizierte Delikte sind (kein Anspruch auf Vollstndigkeit):

  • 176b sexueller Missbrauch von Kindern mit Todesfolge
  • 178 Sexuelle Ntigung und Vergewaltigung mit Todesfolge
  • 221 Abs. 2 Nr. 2 [Aussetzung mit der Folge einer schweren Gesundheitsbeschdigung]
  • 221 Abs. 3 [Aussetzung mit Todesfolge]
  • 226 Schwere Krperverletzung
  • 227 StGB, Krperverletzung mit Todesfolge
  • 239 Abs. 3 Nr. 2 [Freiheitsberaubung mit der Folge einer schweren Gesundheitsbeschdigung]
  • 239a Abs. 3 [Erpresserischer Menschenraub mit Todesfolge]
  • 251 StGB, Raub mit Todesfolge
  • 306b Abs. 1 [Brandstiftung mit der Folge einer schweren Gesundheitsbeschdigung]
  • 306c Brandstiftung mit Todesfolge
  • 307 Abs. 3 [Herbeifhren einer Explosion durch Kernenergie mit Todesfolge]
  • 308 Abs. 2 [Herbeifhren einer Sprengstoffexplosion mit Todesfolge]
  • 308 Abs. 3
  • 309 Abs. 3
  • 312 Abs. 3
  • 315 Abs. 3 Nr. 2
  • 315b Abs. 3
  • 316a Abs. 3

Auf diesen Artikel verweisen: 251 StGB Raub mit Todesfolge * Qualifikation/Privilegierung * eigentliche Vorsatz-Fahrlssigkeitskombination (sog.) * 227 Krperverletzung mit Todesfolge