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Artikel 29 ErbRVO Besondere Regelungen fr die Bestellung und die Befugnisse eines Nachlassverwalters in bestimmten Situationen
(gesetz.erbrvo.kapitel-3)
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(1) Ist die Bestellung eines Verwalters nach dem Recht des Mitgliedstaats, dessen Gerichte nach dieser Verordnung fr die Entscheidungen in der Erbsache zustndig sind, verpflichtend oder auf Antrag verpflichtend und ist das auf die Rechtsnachfolge von Todes wegen anzuwendende Recht auslndisches Recht, knnen die Gerichte dieses Mitgliedstaats, wenn sie angerufen werden, einen oder mehrere Nachlassverwalter nach ihrem eigenen Recht unter den in diesem Artikel festgelegten Bedingungen bestellen.

Der (die) nach diesem Absatz bestellte(n) Verwalter ist (sind) berechtigt, das Testament des Erblassers zu vollstrecken und/oder den Nachlass nach dem auf die Rechtsnachfolge von Todes wegen anzuwendenden Recht zu verwalten. Sieht dieses Recht nicht vor, dass eine Person Nachlassverwalter ist, die kein Berechtigter ist, knnen die Gerichte des Mitgliedstaats, in dem der Verwalter bestellt werden muss, einen Fremdverwalter nach ihrem eigenen Recht bestellen, wenn dieses Recht dies so vorsieht und es einen schwerwiegenden Interessenskonflikt zwischen den Berechtigten oder zwischen den Berechtigten und den Nachlassglubigern oder anderen Personen, die fr die Verbindlichkeiten des Erblassers gebrgt haben, oder Uneinigkeit zwischen den Berechtigten ber die Verwaltung des Nachlasses gibt oder wenn es sich um einen aufgrund der Art der Vermgenswerte schwer zu verwaltenden Nachlasses handelt.

Der (die) nach diesem Absatz bestellte(n) Verwalter ist (sind) die einzige(n) Person(en), die befugt ist (sind), die in den Abstzen 2 oder 3 genannten Befugnisse auszuben.

(2) Die nach Absatz 1 bestellte(n) Person(en) ben die Befugnisse zur Verwaltung des Nachlasses aus, die sie nach dem auf die Rechtsnachfolge von Todes wegen anzuwendenden Recht ausben drfen. Das bestellende Gericht kann in seiner Entscheidung besondere Bedingungen fr die Ausbung dieser Befugnisse im Einklang mit dem auf die Rechtsnachfolge von Todes wegen anzuwendenden Recht festlegen.

Bei der Ausbung solcher ergnzenden Befugnisse hlt (halten) der (die) Verwalter das auf die Rechtsnachfolge von Todes wegen anzuwendende Recht in Bezug auf den bergang des Eigentums an dem Nachlassvermgen, die Haftung fr die Nachlassverbindlichkeiten, die Rechte der Berechtigten, gegebenenfalls einschlielich des Rechts, die Erbschaft anzunehmen oder auszuschlagen, und gegebenenfalls die Befugnisse des Vollstreckers des Testaments des Erblassers ein.

(3) Ungeachtet des Absatzes 2 kann das nach Absatz 1 einen oder mehrere Verwalter bestellende Gericht ausnahmsweise, wenn das auf die Rechtsnachfolge von Todes wegen anzuwendende Recht das Recht eines Drittstaats ist, beschlieen, diesen Verwaltern alle Verwaltungsbefugnisse zu bertragen, die in dem Recht des Mitgliedstaats vorgesehen sind, in dem sie bestellt werden.

Bei der Ausbung dieser Befugnisse respektieren die Nachlassverwalter jedoch insbesondere die Bestimmung der Berechtigten und ihrer Nachlassansprche, einschlielich ihres Anspruchs auf einen Pflichtteil oder ihres Anspruchs gegen den Nachlass oder gegenber den Erben nach dem auf die Rechtsnachfolge von Todes wegen anzuwendenden Recht.

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