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Andeutungstheorie
(recht.zivil.materiell.schuld.at und recht.methoden)
(GND: 4193891-4)
    

1. Bei der Auslegung von schriftlichen Willenserklrungen bezeichnet man mit Andeutungstheorie die herrschende Theorie, die davon ausgeht, dass ein bestimmter, durch Heranziehung auerhalb der Urkunde liegender Umstnde ermittelter Wille, nur dann formgerecht erklrt ist, wenn er in der erforderlichen Urkunde (z.B. Testament oder Brgschaftserklrung) zumindest andeutungsweise enthalten ist.

Beispiel: Nachdem Tod des Witwers B findet sich sein handschriftliches verfasstes Testament. Dieses sieht vor, dass seine drei Huser seine drei Tchter erben sollen. ber ein ebenso zur Erbschaft gehrendes unbebautes Grundstck ist nichts geregelt. Aus, von allen Beteiligten unbestrittenen, uerungen des Erblassers wei man aber, dass er dieses Grundstck seiner mittleren Tochter, die als einzige Familie und Kinder hat, berlassen wollte.
Dieser bekannte Erblasserwille kann hier nur Bercksichtigung finden, wenn sich auch aus dem Testament Anhaltspunkte fr diesen Willen ergeben. Andernfalls greift hinsichtlich des Grundstcks die gesetzliche Erbfolge ein.

2. Bei der grammatikalischen Gesetzesauslegung, wird wird man Andeutungstheorie die Lehre bezeichnet, die bei mehrdeutigem Wortsinn nur solche Auslegungen fr zulssig hlt, die sich andeutungsweise im Wortlaut der Norm wiederfinden lassen.

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